Eine Woche ohne Smartphone leben: Grüße von hinter dem Mond…

9 de mayo de 2017 at 8:10
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Wie oft schaut ihr pro Tag auf euer Handy? Ist es für euch auch ein Automatismus geworden, Nachrichten zu checken, wenn ihr mal 5 Minuten alleine seid oder warten müsst? Ich war letzten Sommer bei Freundinnen in Berlin und da ist es passiert:

Mein Touchscreen ist kaputt gegangen. Ich konnte mein Handy nicht mehr einschalten. Stille. Kommunikationsstopp. Kurz: ein Drama! Dann habe ich ein Experiment gestartet: Ich wollte eine Woche ohne Smartphone leben. Sicher kein Problem, dachte ich. Das war aber auch an Tag 1 meines Lebens „hinter dem Mond“. Plötzlich habe ich gemerkt, dass ich die Straßen in Berlin nicht kenne, den Weg nicht finde (kein Google Maps) und wieder fremde Leute auf der Straße nach dem Weg fragen muss. Komisch! Wenn ich wissen wollte, wo man abends ein Konzert sehen oder ein Bier trinken gehen konnte, habe ich nicht gegoogelt. Nein, ich habe ein Berliner Stadtmagazin gelesen (z.B. 030, Prinz oder Zitty) und mir die Events auf einem Papier notiert. Ach ja, Google! Mir war nicht klar, wie oft ich Informationen bei Google suche. Wann ist der Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe? Wann beginnt die Sommerzeit? Gibt es Tiere, die mit „y“ beginnen außer das Yak? (ja, gibt es, z.B. die Yeti-Krabbe…) Früher habe ich mir Sachen gemerkt und lange in Enzyklopädien gesucht. Das war Arbeit. Aber ich habe die Informationen auch nicht so schnell vergessen. Heute gibt es Google und Google weiß (fast) alles. Ich weiß fast gar nichts mehr: Wie war nochmal die Telefonnummer von meiner besten Freundin? Keine Ahnung! An Tag 2 ohne Handy habe ich oft noch automatisch in der Tasche nach meinem Handy gesucht. Vielleicht hat ja jemand geschrieben oder angerufen? Wenn ich eine Verabredung mit Freunden hatte, musste ich pünktlich zum Treffpunkt kommen. Ich konnte ja unterwegs nicht mehr schreiben. Ein großer Vorteil war, dass ich mich wieder mehr auf meine Gesprächspartner konzentrieren konnte. Keine Chats parallel…

An Tag 3 und 4 habe ich mich in der U-Bahn und im Bus wie ein Alien gefühlt. Niemand hat mich angesehen oder gelächelt, weil alle auf ihre Displays geschaut haben. Schade! Tag 5 war dann in Ordnung, ich hatte ja schon etwas Routine. Außerdem konnte ich mich auch viel besser in der Stadt orientieren. An Tag 6 wollte ich früh aufstehen und ins Museum gehen, musste aber zuerst einen Wecker kaufen (mein Handy = mein Wecker). Berlin war soooo schön und ich konnte keine Fotos machen… Klar, das alles macht mein Handy für mich. An Tag 7 habe ich mir ein neues Smartphone gekauft und mich gefragt: Bin ich jetzt glücklich oder traurig? Ich hatte 114 Whatsapp-Nachrichten. So ein Stress!!!! Was denkt ihr? Sollte man mal kleine Pausen machen und das Smartphone ausschalten?

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