„Servus, a Semmel, biddsche” – Deutsche Dialekte

20 de septiembre de 2018 at 8:17
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Heute möchte ich mal wieder etwas über Sprache schreiben. Deutschland hat ja aktuell ca. 82-83 Millionen Einwohner*innen und die Deutschen sprechen…Deutsch, oder? Überall? Die Bundesrepublik hat ja 16 Bundesländer. Sprechen die Bayern genauso wie die Hessen und die Sachsen?

Kaum zu glauben, aber… ja, das war Deutsch… Das denkt man manchmal, wenn man zum ersten Mal einen Dialekt hört….

Eins ist klar: Die Deutschen sind Dialektsprecher. „Reines“ Hochdeutsch spricht man auch in Niedersachsen nicht, auch wenn die Menschen das oft selbst von sich sagen. Ich habe mal ein T-Shirt gesehen, auf dem stand: „Niedersachsen: Wir sprechen, wie ihr schreibt!“ Aber nur fast!

Sorry, ihr lieben Niedersachsen, aber…auch in Hannover spricht man kein reines Hochdeutsch…

Fast jeder Deutsche spricht also einen Dialekt, aber oft spricht man ihn nur in den Familien, in der Kneipe, mit Freunden und nicht am Arbeitsplatz oder in der Schule oder Uni.

Warum ist das so? Dialekte hatten vor einigen Jahren sogar ein schlechtes Image: „So sprechen nur Leute, die aus kleinen Dörfern kommen“, „provinziell“, „nicht akademisch“ hat man gehört. Es gab aber im Fernsehen Komiker und Kabarettisten, die ganze Programme über Dialekte und ihre Sprecher gemacht haben. Dialekte waren also lustig, aber hatten die Konnotation „naiv“. Heute hat sich das wieder geändert. Es gibt viele Vereine, die den Dialekt schützen wollen und in Zeiten der Globalisierung finden die Menschen in ihrem Dialekt ein Stück Heimat.

Ich, ich, ich….

In Berlin sagen die Leute nicht „ich“, sondern „ick“ oder „icke“ und in Bayern heißt es das dann „i“, zum Beispiel gibt es Lebkuchenherzen mit „I mog di“ (=ich mag dich). Die Menschen in Dresden und Mainz benutzen „isch“. Das kann man viel einfacher aussprechen als dieses schwierige CH auf Hochdeutsch, oder?

Das ist Liebe im Dialekt: ein Lebkuchenherz mit “I mog di!”

https://www.amazon.de/Lebkuchenherz-Liebesgeschenk-Freundin-Freund-Liebesherz/dp/B01LZDMZRH

„Hallo“ ist nicht gleich „hallo“

Griaß di! – Ja, Tach auch!

Auch die Begrüßungen sind nicht überall die gleichen. In Deutschland sagt man in unterschiedlichen Regionen unterschiedlich „hallo“ und „guten Tag“. Die Menschen im Norden sagen Moin oder Moin, Moin, in Bayern sagt man: Servus oder auch kurz Sers zu Freunden und Bekannten und etwas formeller dann Griaß di, Grüß Gott. Im Westen reicht ein einfaches Tach, wenn man „guten Tag“ sagen möchte.

Dialekt zum Frühstück

Beim Bäcker kann man direkt hören: Woher kommen die Menschen, die frühstücken wollen?

Klar, die Deutschen frühstücken gerne Brötchen mit Käse, Marmelade, Nutella (äh, Schokocreme…) oder Wurst. Das stimmt in ganz Deutschland, aber in und um Berlin bestellt man beim Bäcker z.B. Schrippen, in Bayern Semmeln oder Semmerln und in der Region um Stuttgart herum Weck oder Weck(er)le.

https://www.goethe.de/de/spr/mag/20417743.html

Grammatik im Dialekt: bitte nicht nachmachen (=imitieren)! 🙂

Im Deutschunterricht lernt man im Anfängerunterricht den Komparativ, die Vergleichsform. Die richtige grammatische Form ist mit als: Lena ist größer als Jule. Deutsch ist einfacher als Japanisch. In München spricht man anders als in Berlin.

Auf Hochdeutsch: Die Orangen sind schwerer als die Äpfel

Im Dialekt gibt es aber nicht nur eigene Wörter, sondern manchmal ist auch die Grammatik anders: Die Vergleichspartikel als heißt dann als wie, wie oder auch wan (manchmal in der Schweiz). Verrückt, oder?

Zum Beispiel kann man in Bayern und Baden-Württemberg auch hören: Deine Semmel ist größer wie meine. Ich bin älter wie du.

https://www.goethe.de/de/spr/mag/20417743.html

Ach ja: Bitte nicht nachmachen, wenn ihr eine gute Note im nächsten Deutschtest haben wollt! 🙂 Wart ihr schon mal in Deutschland, Österreich oder der Schweiz und habt Dialekt gehört?

 

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